Bäume strahlen eine gewisse Ruhe aus, denn viele von ihnen stehen seit unvorstellbar langen Zeiten stets am selben Ort, weichen nicht von ihrem Platz und trotzen allen Widrigkeiten. Scheinbar kommt mit dieser Stetigkeit auch eine gewisse Uniformität – denn aus der Ferne sieht ein Wald aus wie eine Ansammlung von gesichtslosen Klonen. Doch wer näher tritt und die Lebewesen aus kürzerer Distanz betrachtet merkt unweigerlich, dass jeder einzelne Baum ein Leben hinter sich und eine Geschichte zu erzählen hat. Kerzengerade oder knorrig, mit runzeliger oder glatter Rinde, als dichte Kugel aus grünen, gelben und roten Blättern in Frühling, Sommer und Herbst oder als verästeltes, lungenartige Gebilde im Winter.